-»Diese Ausgabe ist für Browser ohne zureichende CSS-Unterstützung gedacht und richtet sich vor allem an Sehbehinderte. Alle Inhalte sind auch mit älteren Browsern voll nutzbar. Für eine grafisch ansprechendere Ansicht verwenden Sie aber bitte einen moder
Beginn Sprachwahl
Beginn Inhaltsbereich
Beginn Navigator
Ende Navigator
Seit seiner Gründung vor gut zehn Jahren beschäftigt sich das VIVIT Dornbirn und Feldkirch mit dem Einfluss von Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels auf die Entstehung daraus resultierender Erkrankungen wie Atherosklerose, Leberschädigung oder koronarer Herzkrankheiten. In einer genetischen Assoziationsstudie konnten die Forscher des Instituts unlängst beispielsweise zeigen, dass DNA-Variationen im Chromosom 1 sowohl mit Cholesterin als auch mit angiografisch determinierter koronarer Herzkrankheit assoziiert sind. Für die Wissenschaftler spielen bei weiteren Stoffwechselstörungen wie der Hämochromatose oder Zöliakie neben genetischen Vorzeichen jedoch auch Umweltfaktoren eine große Rolle bei der Vorhersagbarkeit dieser Erkrankungen.
Im Vordergrund der Grundlagenforschung am Vorarlberger Institut für vaskuläre Forschung und Behandlung (VIVIT) steht in erster Linie die Analyse von Fettzellen, Entzündungsmarkern und Hormonen, die in weiterer Folge zur Entstehung von metabolischen Erkrankungen führen können. "Das Fettgewebe gilt im Allgemeinen auch als hormonproduzierende Drüse, andererseits beeinflussen Hormone beispielsweise aus der Niere oder den Eierstöcken die Fettzellen und somit auch den Stoffwechsel", berichtet Prof. Heinz Drexel, Leiter des Instituts in Dornbirn. So weisen erste Befunde einer jüngst durchgeführten Studie mit 2.000 Patienten darauf hin, dass nicht jedes der vom Fettgewebe gebildeten Hormone einen Herzinfarkt oder Hirnschlag bedingt.
Neben seinen Forschungstätigkeiten führt das VIVIT seit Jahren klinische Studien anhand umfassender Patientenkohorten im Auftrag überregionaler Unternehmen am akademischen Lehrkrankenhaus Feldkirch durch. Das Hauptaugenmerk liegt dabei sowohl auf Querschnittsuntersuchungen als auch prospektiven Beobachtungen, bei denen das allgemeine Profil von zum Beispiel übergewichtigen Patienten und deren Risiko für einen Schlaganfall im Mittelpunkt steht. Eine aktuelle Bewegungsstudie zum Abwärtswandern mit unter Fettleibigkeit leidenden Personen mittleren Alters konnte beispielsweise kürzlich zeigen, dass bei sportlicher Betätigung weniger Fette ins Blut abgegeben werden, was wiederum einen ökonomischeren Stoffwechsel ermöglicht.
Im Fokus der Untersuchungen am VIVIT steht unter anderem die Erhebung verschiedener klinischer und molekularbiologischer Parameter. "Anhand großer, gut charakterisierter Patientenkohorten analysieren wir im Labor vor allem häufig vorkommende Variationen im Erbgut, sogenannte DNA-Polymorphismen, und untersuchen deren Auftreten mit intermediären Phänotypen wie Cholesterin- oder Glukosewerten bzw. klinischen Endpunkten wie Atherosklerose oder Diabetes", berichtet Dr. Axel Mündlein, Leiter des molekularbiologischen Labors am VIVIT. Des Weiteren werden in Kooperation mit anderen Institutionen aber auch verschiedene Schlüssel-Metabolite in Patientenplasmen bestimmt, deren Akkumulation zu Stoffwechselkrankheiten führen können.
So konnte der Blick ins Erbgut in einer jüngst durchgeführten genetischen Assoziationsstudie des VIVIT belegen, dass DNA-Variationen an einem bestimmten Ort im Chromosom 1 sowohl mit Cholesterin als auch mit angiografisch determinierter koronarer Herzkrankheit in Verbindung stehen. "Der Zusammenhang dieser DNA-Variationen mit Cholesterin war kürzlich zuvor bereits bekannt geworden, die Assoziation zur Herzkrankheit ist neu", erklärt Dr. Axel Mündlein. Ebenso konnten er und sein Team vor kurzem zeigen, dass eine DNA-Variation in einem Diabetes prädisponierenden Gen nicht nur mit Diabetes, sondern auch mit koronarer Herzkrankheit assoziiert ist. "Diese Erkenntnis weist auf ein genetisches Bindeglied zwischen diesen beiden Erkrankungen hin", so der Laborleiter.
Um die Bildung von Fettgewebe nachzuvollziehen und besser zu verstehen, werden am VIVIT-Institut Zellen gezüchtet. "In den letzten Jahren wird uns immer mehr bewusst, dass das Fettgewebe nicht nur als Energiespeicher fungiert, sondern auch ein endokrines Organ darstellt", sagt Dr. Axel Mündlein. Wie der Molekularbiologe konstatiert, sei eine chronische Entzündung des Fettgewebes ein "essenzieller Vorgang" in der Entstehung metabolischer Erkrankungen. Gerade im Bereich des Bauchfettes komme es laut Mündlein zu einer Unterversorgung der Fettzellen mit Sauerstoff, wobei verstärkt Entzündungsfaktoren abgegeben werden und Zellen absterben können. Unter Laborbedingungen werden im VIVIT-Institut Fettzellen in Hypoxiekammern diesem Sauerstoffmangel ausgesetzt und die hierbei entstehenden molekularbiologischen Veränderungen in den Zellen analysiert. "Hierbei wird das gesamte Genexpressionsprofil unter Verwendung von Gen-Chips untersucht", so Dr. Axel Mündlein. Die erhaltenen Ergebnisse werden mittels weiterer RNA- und Proteinanalysen verifiziert, wobei die ersten Ergebnisse in Kürze erwartet werden. Schon jetzt kann aus den Untersuchungen bereits gefolgert werden, dass über 1.000 Gene signifikant reguliert werden.

Weitere Informationen zum Beitrag:
VIVIT
Prof. Dr. Heinz Drexel
Carinagasse 47
A-6800 Feldkirch
Tel.: +43 5522 303 26 70
Fax: +43 5522 303 75 33
E-Mail: vivit(at)lkhf.at
Dr. Axel Mündlein
Tel.: +43 5572 372 65 81
Fax +43 5572 372 65 84
E-Mail: labor(at)vivit.at
Beginn Hauptnavigation
Ende Hauptnavigation
Wählen Sie die Datenbank aus, die Sie durchsuchen möchten und geben Sie einen Suchbegriff ein.
Immer aktuell informiert mit dem BIOPRO-Newsletter.
Nutzen Sie dieses Serviceangebot, um über die Biotechnologiebranche in Baden-Württemberg immer auf dem Laufenden zu sein.